Marrakesch, 14.05.09 

Heute sind wir etwas früher aufgestanden, damit wir auch zeitig wegfahren konnten. Noch vor 08h00 waren die Zimmer geräumt,  die Maschinen wieder bepackt und startklar. Noch schnell in der Hotelhalle den letzten Bericht auf die Homepage „spitzen“, und dann waren auch wir bereit für das Morgenessen. Ein schönes Frühstücksbuffet wurde für die Gäste hergerichtet, so dass wir für die Fahrt nach Marrakesch noch richtig futtern konnten. An einem gemütlichen Tisch im Schatten, aber ganz Nahe beim Pool, liessen wir uns mit den Köstlichkeiten verwöhnen. Der Tag fängt richtig gut an.  

Eine holprige, aber geteerte Strasse führt uns vom Hotel La Vallée durch kleine Weiler und Häusergruppen um dann bei den Anlagen der Filmstudios von Ouartzazate in die Hauptstrasse nach Marrakesch einzubiegen. Diese Strasse führte uns nun auf den 2260müM hohen Passübergang Tizi-n-Tichka. Die Strasse war in einem sehr guten Zustand mit einem ganz neuen Strassenbelag, was uns erlaubte, ein zügiges Tempo anzuschlagen. Es war aber trotz des guten Belages immer wieder Vorsicht geboten, denn die alten und total überbeladenen Lastwagen hinterliessen auch immer wieder gefährliche Ölspuren. Auch der starke Saharawind mit den Sandverfrachtungen leistete einen massgeblichen Beitrag für gefährliche und rutschige Kurven.  

Auf halber Höhe machten wir eine Rast bei einem Restaurant mit grossem Parkplatz. Natürlich war dem Restaurant auch noch ein Mineralienladen angeschlossen, und  dem auch noch ein Geschäft mit Tüchern und Silberartikeln. Der Ladenbesitzer versuchte uns zuerst seine Waren anzupreisen, doch als er merkte, dass wir wirklich nichts kaufen werden, entwickelte sich plötzlich ein angeregtes und interessantes Gespräch. Vor der Abfahrt kam er nochmals zu unseren Maschinen und überreichte jedem von uns ein kleines persönliches Geschenk in Form eines silbernen Schlüsselanhängers mit den Worten: “Ihr seid wie wir Berber, einfach nur Swiss-Berber, auch Menschen aus den Bergen. Ich wünsche euch eine gute Reise“…. 

Auf dem Pass gab es wieder viele kleine Marktbuden, die vor allem versuchen halbierte Steinkugeln zu verkaufen, die im Innern rot, blau oder grün glitzern. Und da sind ihnen die ausgefallensten Ideen gut genug, um die Reisenden zu sich in ihre Bude zu locken, was wir hautnah miterlebten. Einer sagte zu Pia, dass er ihr nichts verkaufen wolle, sondern er mache ihr ein Geschenk, wenn sie ihm eine Kopfwehtablette hätte.  Christa war sofort von ihrem Helfersyndrom getrieben, stieg von der Maschine und brachte ihm eine Kopfwehtablette. Er bedankte sich, bat sie kurz in seinen Laden, damit er ihr das Geschenk übergeben könne. Als Christa aus dem Laden kam, hatte sie in der einen Hand das Geschenk und in der anderen die gekaufte Steinkugel, die in wunderbarem Rot glitzerte. Wieder mal ist sein Trick aufgegangen. Wahrscheinlich hat er nebenbei auch noch einen Kopfwehtabletten-Handel.…. 

Die Abfahrt nach Marrakesch führte über grosse Kehren die Berghänge entlang, so dass die Strasse von oben immer gut sichtbar war. Man konnte bis weit ins Tal hinunter sehen. Natürlich brauchten wir da wieder sehr viel Zeit mit all den Fotohalts.  Als wir in ein Bergdorf fuhren, stieg uns ein wunderbarer Duft in die Nase. Überall der Strasse entlang brutzelten auf Holzkohleöfen feine Tagine. Wir konnten dem nicht widerstehen und machten eine Rast. Ein Junge bot sich an, dass er auf die Motorräder aufpassen werde. Wir wählten eine Dachterrasse, von der wir eine ungehinderten Blick auf die Strasse und das hektische Treiben hatten. Die Bedienung war sehr freundlich und das Essen gut und schmackhaft. Bevor wir weiter fuhren, bezahlten wir unserem jungen Wächter ein Trinkgeld, das er mit strahlenden Augen entgegen nahm.  

Die Ankunft in Marrakesch verlief problemlos. Das GPS führte uns sicher durch den Verkehr von Marrakesch auf den Campingplatz, den uns Irma von Tamtattouchte empfohlen hatte. Wir bezogen je ein Nomadenzelt. Nach einem ausgiebigen Nachtessen und einem gemütlichen Abend im Restaurant, schliefen wir in unseren Nomadenzelten schnell ein. Das konnte auch der starke Wind, der an den Zelten rüttelte, nicht verhindern.  

Für den morgigen Tag haben wir mit Mustapha, einem Guide, den uns Irma empfohlen hatte, um 09h00 mitten in Marrakesch eine Termin vereinbart.