Essaouira, 20.05.09

Zeitig sind wir heute aufgestanden und machten unser Gepäck bereit für die Weiterfahrt. Wir transportierten alles in die riesige Hotelhalle, so dass wir nach dem Frühstück die Maschinen aus der Garage holen können um diese vor dem Hotel zu beladen. Das Frühstück war gut, aber sehr europäisch in der Zusammenstellung. Man spürte hier stark, dass die Gäste in diesem Hause meistens aus europäischen Ländern kommen und die Traditionen beim Essen nicht mehr einen so hohen Stellenwert haben. 

Nachdem wir die Maschinen aus der Garage geholt und vor dem Hotel aufgestallt hatten, entdeckten wir voller Überraschung, dass die linke Sacochentasche von Christas Maschine in der Nacht von einem “Marder“ ausgeräumt worden war. Und das in der Hotelgarage. Es fehlte die gesamte Regenausrüstung und das ganze Reparaturwerkzeug. Wir informierten natürlich den Réceptionisten, der sofort den Hoteldirektor kommen liess. Der Hoteldirektor war untröstlich und liess seinerseits den Sicherheitschef aufbieten und alle Angestellten, die in dieser Nacht Dienst hatten. Und dann gingen die Diskussionen und Beteuerungen des Bedauerns los, wie das halt in einem afrikanischen Land üblich ist. Gebracht hat es nichts und eine Haftung lehnte das Hotel ab. Ich bestand aber darauf, dass er mir in einem Dokument schriftlich bestätigt, dass hier in seinem Hotel die Saccoche ausgeräumt worden war, was er dann zähneknirschend erledigen liess….. 

Durch diesen bedauerlichen Vorfall konnten wir die Reise erst verspätet starten. Wir verliessen nun Tiznit und fuhren auf einer sehr guten Strasse in Richtung Agadir. Agadir umfuhren wir auf einer sehr breiten, richtungsgetrennten Strasse, die meistens weder Spur- noch Leitlinien hatte. Man fuhr einfach irgendwie drei- bis vierspurig, je nach Verkehrsdichte und Zustand des Strassenbelages…..  

Und dann sahen wir das erste Mal auf unserer Reise den Atlantik. Beim Hafen von Agadir hatte man einen sehr schönen Blick auf das Meer und die grossen Schiff, die im Hafen vor Anker lagen. Nach ein paar Bildern mit dem Fotoapparat fuhren wir weiter, nun aber auf der Küstestrasse. Wir durchfuhren viele kleine Küstenstädtchen und sahen so auch das Gebiet der „Rentnerplatte“, wo viele europäische Rentner mit ihrem Motorhome den Winter über stationiert sind. Und das nicht nur zur Freude der einheimischen Bevölkerung…. 

Die Strassen waren sehr gut und die Streckenführung abwechslungsreich mit sehr schöner Sicht auf das Meer. Nach Tamri schwenkte de Strasse von der Küste weg und führte nun sehr kurvig durch die nahen Berge. Es war traumhaft schön auf dieser Strasse zu fahren. Endlich konnten wir wieder mal die äusseren Ränder unserer Reifen nutzen…. Ja da kam bei allen die pure Fahrfreude auf!   

Essaouira ist ein kleines Städtchen mit einer portugiesischen Festung und einer sehr schönen Medina. Es liegt direkt am Meer mit einem wichtigen Fischerhafen. Essaouira wurde schon in den 60-er Jahren von Jimi Handrix, Jenis Joplin, den Rolling Stones oder anderen Künstlern und Aussteigern entdeckt. Und noch heute ist dieser Ort ein beliebter Ferienort für Individualisten und unkomplizierte Leute und Reisende.  

Wir wohnten in einem sehr schönen Riad in der Medina, das von netten jungen Leuten betrieben wird. Das ganze Haus ist wunderschön im marokkanischen Stil eingerichtet, mit viel Liebe zum Detail. Wir haben uns sofort in dieses einzigartige Haus verliebt und beschlossen einen Ruhetag einzuschalten und zwei Nächte in Essaouira zu bleiben.

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