Tag 10 – 22.08.2010 – Pejë (Kosovo)
Das Wetter war wieder strahlend blau und wolkenfrei. Beim Frühstück gab es für Erwin noch eine Überraschung, denn heute feiert er seinen Geburtstag. Christa und Fredi haben aus der Schweiz zusammen mit ein paar Kerzen auch eine kleine Nusstorte in ihrem Gepäck mitgebracht. Feierlich wurde die Nusstorte mit den Kerzen dekoriert und gemeinsam sangen wir für Erwin ein mindestens 4-stimmiges "Happy Birtday to you....."
Um 09h00 waren wir alle wieder bereit für die Weiterfahrt. In der neben dem Hotel stehenden Tankstelle füllten wir auch die Tanks der Motorräder wieder auf. Denn Sonntags weiss man in diesen Ländern nie so recht, wie die Öffnungszeiten der Tankstellen gehandhabt werden und zudem führte unsere geplante Route auch durch abgelegenes Gebiet…….
Bis nach Skopje nutzten wir die neue Autobahn, denn jeder den wir fragten versicherte, dass die alte Strasse in einem sehr schlechten Zustand sei. Auf der Autobahn in Mazedonien wird an verschiedenen Zahlstellen immer wieder eine Gebühr verlangt. Der Preis ist aber für unsere Verhältnisse bescheiden.
Nach der Autobahn führte unsere Route durch ein schmales Tal, an braunen und zum Teil kahlen Hügeln vorbei, bis zum Grenzübergang in den Kosovo. Die Ausreise aus Mazedonien ging einfach und zügig. Weiter vorne kamen wir dann zum Zoll vom Kosovo. Dort mussten wir in einem kleinen Büro, das direkt neben dem Grenzgebäude stand, für jedes Motorrad eine Versicherung abschliessen, denn de grüne Versicherungskarte ist im Kosovo nicht gültig. Für die Einreiseformalitäten öffnete dann ein freundlicher und deutsch sprechender Zollbeamter ein weiteres Kontrollhäuschen nur für uns, und erledigte die administrativen Vorgaben. Mit unseren Papieren war alles ok und wir hatten auch nichts zu verzollen, so konnten wir uns wieder startklar machen und problemlos ins Land einreisen…..
Das erste was uns auffiel waren die schlechten Strassen. An zwei Stellen hinter der Grenze wurden die grossen Strassenbrücken neu aufgebaut und konnten nicht passiert werden. Die Strasse führte dann steil, verschmutzt mit Sand und vielen Schlaglöcher, in die Schlucht hinunter, um dort den Fluss über eine kleine Notbrücke zu überqueren. Die Kriegsspuren waren hier überall noch deutlich zu sehen. Es herrscht aber auch überall ein riesige Bautätigkeit, sei dies an den Strassen oder an öffentlichen Gebäuden oder privaten Häusern…..
Zirka neun Kilometer nach Kaçanik bogen wir links ab in die Strasse nach Prizren. Diese Route führt durch einen Nationalpark und über einen Pass von 1500müM und durch das bekannte Skigebiet von Brezovica. Die recht gute Strasse führt hier durch eine wunderschöne Landschaft. Verkehr war fast keiner. Überall waren grössere Gruppen oder ganze Familien die am Schatten zusammen sassen und picknickten. Auch auf der Passhöhe sassen überall die Menschen und picknickten. Bei kleinen Hütten wurde aber auch mit einfachsten Mitteln gebaut und repariert. Auf unsere Frage hin erklärte uns ein junger Bursche mit sichtlichem Stolz, dass er mit der Familie im unteren Teil der Hütte schon jetzt wohne, und dass er jetzt mit seinen Freunden oben drauf einen Verkaufsladen bauen werde, den er dann im nächsten Winter nutzen könne. Den Boden verlegten sie aber mit Brettern, die sie aus alten Transportpaletten zuschnitten…. Also wirklich mit einfachsten Mitteln eben..... Aber alle Menschen, die wir trafen waren extrem freundlich und wollten uns auch immer wieder zu sich einladen….
Ab der Passhöhe führte die Strasse kurvenreich und auch mit engen Haarnadeln sehr steil (22%) ins Tal hinunter. Vor Prizren kamen wir durch eine eindrückliche Schlucht, die beim Ausgang mit einem Militärlager durch die KFOR kontrolliert wird. Die militärischen Fahrzeuge sind überall präsent und der Strasse entlang gibt es auch spezielle Geschwindigkeitstafeln für Panzer und Militärlastwagen….
In Prizren machten wir einen kurzen Halt und entschieden uns dann, dass wir weiter bis Pejë fahren werden. Die zweispurige Hauptstrasse aus Prizren raus war in einem sehr schlechten Zustand. Über mehrere Kilometer erstreckte sich eine riesige Baustelle, wo diese wichtige Strasse mit schweren und zum Teil sehr veralteten Baumaschinen wieder instand gestellt wird. Die Lastwagen und Baumaschinen tragen oft noch die alten Schriftzüge von den Firmen aus der Schweiz oder Deutschland, die diese Schrottfahrzeuge wegen unseren Umweltgesetzen liquidieren mussten…..
In Pejë fanden wir schnell ein Hotel. Im 4-Stern Hotel Dukagjini (hiess früher Hotel Royal Arda), das auch die Spuren des Krieges zeigte, fanden wir eine Unterkunft. Im Erdgeschoss eine feudale Eingangshalle mit der Rezeption und zwei riesige Restaurants mit Terrasse auf die Strasse und zum Flussufer, der durch die Stadt fliesst. Im ersten Stock sind einfache aber saubere Zimmer. Die weiteren Etagen sind im Wiederaufbau…..
Der Empfang war aber wieder extrem freundlich und auch das Essen im Restaurant war sehr gut und preiswert…..
Morgen fahren wir nun nach Montenegro.
Track Tetovo (MK) - Pejë (Kosovo)
