Tag 20 – 01.09.2010 – Spodnja Idrija
Das Wetter war wieder sonnig und warm, als wir uns um 08h00 zum Frühstücksraum begaben, wo schon ein riesiger Rummel herrschte. Hier kommen sie alle zusammen, die vielen Gäste aus den 140 Zimmern des Hotels Lisanj. Auf verschiedenen Buffetinseln wurde den Gästen eine reichhaltige Auswahl an Spezialitäten präsentiert, doch das interessierte die vielen Feriengäste überhaupt nicht….. Zum Teil wie Hyänen fegten die Leute über das Buffet und beluden ihre Teller, als ob eine Hungersnot ausgebrochen wäre…… Mit Ellenbogen und Besteck bahnten sich die ganz Verwegenen einen Weg, um ganz schnell ganz nach vorne zum Buffet zu kommen. Denn es darf keine Zeit verloren gehen, denn schon bald steht der Bus für den Ausflug bereit und dort will man auch wieder zuvorderst sitzen, oder man muss so schnell wie möglich zum Strand, damit der Liegestuhl reserviert werden kann…. Andere standen mit ihrem Teller ganz verloren im Raum und man hatte den Eindruck, dass diese gar nicht so genau wussten weshalb sie eigentlich hier sind…. Wir konnten da nur staunen, mit was für einem Stress diese Leute jeden Morgen ihren Ferientag begannen…….
Die Maschinen beluden wir unter den beobachtenden Augen von Passanten und Hotelgästen. Viele wünschten uns eine gute Reise und wir brausten mit dröhnenden Motoren zur Hauptstrasse und dann der Küstenstrasse entlang in Richtung Rijeka. Kurz hinter Crikvenica verliessen wir die Küstenstrasse und fuhren nun auf einer kurvenreichen Strasse einen Berghang hinauf, von welcher aus wir immer wieder eine schöne Aussicht aufs Meer und auch auf die elegante Brücke, welche die Insel Krk mit dem Festland verbindet, geniessen konnten. Die Strasse zum Grenzübergang war in einem schlechten Zustand und führte zum Teil steil immer tiefer in ein schmales, stark bewaldetes Tal hinunter. Wir durchquerten kleine Dörfer mit komischen und auch überraschenden Namen, wie beispielsweise der Ort mit dem Namen “Maria Trost“…..
Die Grenzformalitäten verliefen problemlos und schon standen wir nun in Slowenien. Was uns sofort aufgefallen ist, war die Sauberkeit. Vom ersten Meter an standen überall schmucke Häuser mit Blumen an den Fenstern und auch in den Dörfern, alles ist sauber und aufgeräumt…. Die Landschaft ist sehr hügelig mit vielen Tälern und kleinen Quertälern, und alles ist dicht bewaldet und strahlt eine friedliche Ruhe aus. Wir blieben auf unserer Routenwahl immer schön auf den kleinen Strassen und kamen so durch ein wunderschönes Tal, wo sich der Fluss Idrjica und die Strasse im Talboden den Platz teilen mussten…. Die Strasse schlängelte sich in unzähligen Kurven durch das Tal und versetzte uns in einen wahren Fahrrausch, denn diese rhythmische Fahrt von Kurve zu Kurve könnte man auch mit Walzer oder Polka tanzen vergleichen….. Ja genau, das Motorradfahrerherz jauchzte über die ganze Strecke hinweg…..
In Spodnja Idrija machten wir Halt, etwas erhöht und von der Strasse weg, im wunderschönen 5-sterne Schlosshotel Kendov-Dvorec, einer richtigen slowenischen Oase der Ruhe. Die Eigentümerin hatte riesige Freude, dass wir mit unseren Motorrädern bei ihrem Hause anhielten und offerierte uns einen Spezialpreis, der auch für unser Budget erträglich war. Das Haus wurde im Jahre 1377 von der angesehenen Kenda-Familie gebaut. Das stattliche Gebäude des ehemaligen Kenda Bauerngut wurde im Geiste der Vergangenheit als Kulturdenkmal renoviert und wieder belebt. Die unteren Räume dienen dem Aufenthalt und der Bewirtung. Die Menus tragen die Namen der Angehörigen der Kenda-Familie. Die Speisen werden nach geprüften altertümlichen Rezepten zubereitet, ihre Vorzüglichkeit wird durch die erlesenen slowenischen Weine ergänzt.
In den oberen Räumen sind die sehr romantischen, mit altertümlichen Möbeln aus dem 19. Jahrhundert ausgestatteten, Zimmer. Die Pracht und Eleganz der Räume des Kenda-Hofs harmonieren mit der Gemütlichkeit, und die Freundlichkeit des Personals schafft eine unbefangene Atmosphäre. Man fühlt sich hier einfach wohl und gut aufgehoben…..
Das Nachtessen wurde uns an einer wunderschön hergerichteten Tafel serviert. Die Hausherrin empfahl uns ein 7-gängiges Überraschungsmenu, bestehend aus traditionellen slowenischen Gerichten…. Die einzelnen Gerichte wurden aus frischen und einheimischen Produkten hergestellt und wie Bilder auf den Tellern hergerichtet und wurden von Gregor, dem 1. Kellner, jedes Mal mit einer kleinen Geschichte humorvoll und informativ präsentiert und erklärt. Das ganze Essen in diesem feudalen Rahmen wird für uns unvergesslich bleiben. Dem gesamten Team ein herzliches Dankeschön, dass ihr uns dieses Erlebnis ermöglicht habt….
Track Novi Vinodolski - Spodnja Idrija
