Tag 13 - 13.06.2011 – Ullapool – Durness
Und wie es der Wetterbericht von BBC gestern ankündigte, regnete es heute Morgen recht stark und der Himmel war total verhangen. Im Fernsehen schauten wir auf BBC noch vor dem Frühstück die neusten Wetterberichte. Die Prognosen für den Norden von Schottland meldeten für den ganzen Tag starker Regen mit heftigem Wind. Ab 18h00 soll es sich beruhigen und dann die Wolken aufreissen und alles vorbereiten, dass morgen ein schöner sonniger Tag wird. Dies sind gute Nachrichten für unseren weiteren Reiseplan….
Doch erst stärkten wir uns mal mit einem zünftigen Frühstück. Die anderen Gäste schauten uns ganz mitleidig an, wir in unseren Motorradkleidern und draussen regnete es Bindfäden. Im Zimmer räumten wir alles zusammen und machten das Gepäck reisefertig. Doch vor der Abfahrt wollten wir telefonisch eine Unterkunft reservieren, um zu verhindern, dass wir vor Ort tropfnass von Hotel zu Hotel eine Bleibe suchen mussten. Und viele Übernachtungsmöglichkeiten gibt es nicht in dieser abgeschiedenen Gegend. Raphaël erledigte diese Telefonate und im zweiten Versuch fanden wir dann im Hotel Smoo Cave noch ein freies Zimmer für heute Abend.
Die Maschinen bepackten wir unter dem Vordach vor dem Hotel, und dann ging es los - 110 km einsame Fahrkilometer im Regen. Auf Aufhellungen konnten wir nicht hoffen, denn die Wettermeldung von heute morgen war zu eindeutig. Auf der Strasse war nur ganz wenig Verkehr, hie und da ein Camper oder ein Fischer, der mit seinem Auto unterwegs war (die Fischerrute haben sie hier auf einer speziellen Vorrichtung aussen auf das Auto geschnallt). Trotz den tiefen Wolken konnte man die einzigartige Landschaft von hier oben in Sutherland erkennen. Dies muss ein tolles Erlebnis werden, wenn wir morgen bei Sonnenschein durch dieses Land fahren können…..
Im letzten Teil mutierte die Strasse während 30 km wieder zu einer Singe-Track-Road. Doch die wenigen Autofahrer im Gegenverkehr zeigten sich immer sehr rücksichtsvoll und hielten in den Ausweichstellen an, damit wir freie Durchfahrt hatten. So kamen wir trotz Regen und Wind recht zügig voran und erreichten nach zwei Stunden Fahrzeit den kleinen Ort Durness. Unser Hotel liegt etwas ausserhalb des Ortes, abseits der Hauptstrasse und sehr nahe an den Klippen. Im Hotel wurden wir sehr herzlich empfangen. Die Eintrittshalle war schön warm geheizt, was uns nach dieser nassen und kalten Fahrt natürlich sehr freute. Dese wohlige Wärme tat extrem gut…..
Zum Hotel gehörte auch eine Bar oder Pub sowie ein grosszügiger Aufenthaltsraum und eine gemütliche Fernseh-Ecke. Auch Wi-Fi war vorhanden, so dass wir auch hier oben im Norden sofort mit der ganzen Welt Verbindung hatten….
Übrigens, der Wetterbericht war korrekt. Um 18h30 hellten die Wolken auf und es hörte auf zu regnen. Und wieder entstanden wilde Wolkenbilder am Himmel, wie wir das schon anderorts in den Highlands sehen konnten….
Nach dem Essen hörten wir aus der Bar plötzlich, dass jemand auf einem Akkordeon vorsichtig Töne und kleine Melodien suchte. Neugierig begaben wir ebenfalls in die Bar, denn Pia wollte unbedingt noch einen Whisky aus der Gegend probieren. In der Bar waren alle Gäste und einige einheimische Leute und in der Ecke sass der Fischer von Nebenan und fing an auf dem Akkordeon schottische Volkslieder zu spielen. Da kam ein junger Gast dazu, nahm die Gitarre in der Ecke und fing an die Begleitung zu spielen. Schnell harmonierten die Beiden und es entstand ein spontanes Konzert, das von allen Gästen mit lautem Klatschen honoriert wurde. Auch ein Mundharmonikaspieler setzte sich noch dazu und begleitete die beiden. Bei einigen Liedern liessen sich einzelne Gäste dazu mitreissen als Gesangssolisten aufzutreten. Es war einfach super, und alles so unerwartet und spontan….. Wir fühlten uns extrem wohl in dieser fröhlichen Runde……
