Tag 14 - 14.06.2011 – Durness - Dornoch
Welch eine Überraschung, die Wettervorhersage von BBC hat sich als richtig gezeigt. Der Regen ist weg und es scheint die Sonne. Am Himmel hat es zwar noch Wolken, doch die sind weiss und überhaupt nicht bedrohlich. Im Gegenteil, sie künden uns einen schönen Tag an. Auch unsere Regenkleider und die Handschuhe sind wieder trocken und die Maschinen werden jetzt noch vor der Hauswand von der warmen Sonne getrocknet…..
Im Frühstücksraum studierten wir nochmals die Karte und besprachen die heutige Route. Sie wird uns hauptsächlich über SingleTrack-Roads führen. Doch erst stärkten wir uns mit Tee und dem obligaten schottischen Breakfast, natürlich mit Eier, Speck, Würstchen und weissen Bohnen….. Die Zimmer waren schnell geräumt und das Gepäck auf den Maschinen festgemacht. Die Hotelchefin gab uns noch letzte Ratschläge auf den Weg und wünschte uns eine gute Fahrt.
Doch bevor wir nach Süden fahren, wollten wir noch einen Abstecher in Richtung des Cape Wrath machen. Dies ist der Leuchtturm am westlichsten Zipfel hier oben im Norden. Von der Hauptstrasse aus fuhren wir ca. eine Meile auf einer sehr schmalen Strasse, die dann ganz abrupt bei einer Fährstelle endete. Die Fähre nimmt aber nur Fussgänger mit, die dann auf der anderen Seite mit einem Shutle-Bus zum 11 Meilen entfernten Leuchtturm fahren konnten. Mit dem eigenen Fahrzeug ist es nicht möglich hin zufahren, und die nächste Fähre fährt sowieso erst in zwei Stunden…. . Schade, dann machen wir uns halt auf den Weg in Richtung Lairg.
Die Strasse führte erst ostwärts alles der Küste entlang bis nach Tongue. Das wunderschöne Loch Eriboll mussten wir aber komplett umfahren, da dieses wie ein Fjord tief ins Land hinein führt. Die Aussicht auf das Loch Eriboll war wieder einzigartig. Immer wieder mussten wir anhalten, um diese schönen Landschaftsbilder geniessen und aufnehmen zu können. Nach Tongue wechselten wir auf die A836, die uns durch ein breites Hochtal und dem Loch Logal entlang südwärts führte. Ab Altnaharra wurde das Tal noch etwas breiter und es gab Wälder fast wie im Engadin und dem Nationalpark. Die Sonne schien herrlich und die Wolken zeichneten riesige Schattenmuster auf die Landschaft. Man konnte sich kaum satt sehen. Die Chefin vom Snoo Cave Hotel hatte nicht übertrieben, als sie uns von dieser Route vorschwärmte. Wir kamen nur ganz langsam voran, und es kamen Erinnerungen auf von unserer Reise in Marokko, wo wir ebenfalls durch solch einsame Täler reisten….
Ab Lairg wurde die Strasse wieder breiter und wir trafen auch wieder auf andere Verkehrsteilnehmer. Wir fuhren nun noch weiter bis nach Dornoch, wo wir im Hotel Aigle eine gute Unterkunft fanden. Dornoch ist ein freundliches kleines Städtchen mit kilometerlangen Sandstränden und einem weltbekannten Golfplatz. Die Schrifstellerin Rosamunde Picher hat hier seit vielen Jahren ein Ferienhaus und weite Teile ihrer Romane sind in Dornoch entstanden.
Dieser Tag war wieder ein richtiges Highlight auf unserer Reise und es hat sich absolut gelohnt im Regen nach Durness zu fahren…..
