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- Geschrieben von: Otto Schneider
Tag 21 – 02.09.2010 – Lorenzago di Cadore
Wir haben alle sehr gut geschlafen in diesen schönen und ruhigen Zimmern im 2.Stock. Die wunderbaren antiken Betten, wie aus Grossmutter’s Zeiten, waren sehr bequem und sorgten für einen tiefen und gesunden Schlaf….. Fredi und Christa nächtigten im Zimmer Katharina, Raphaël erhielt das Zimmer David, Käthy und Erwin schliefen im Zimmer Agnes und Pia und ich im Zimmer Hans. Im Herrenhaus Kenda sind die Zimmer im 2.Stock nach den Kenda-Töchtern und -Söhnen benannt worden.
Das Frühstück wurde uns im Gemach des Jakob serviert. Ein wunderbares und auserlesenes Frühstücksbuffet mit ausschliesslich eigenen und lokalen Produkten wurde für uns vorbereitet. Jeder konnte nach Herzenslust von der grossen Auswahl seine Lieblingsstücke abschneiden, sei dies mit dem langen Messer vom ganzen und getrockneten Beinschinken, von den verschiedenen Salamis und Würsten, oder von der Käseauswahl und den Beeren und Früchten für das Müesli oder von den……, oder den….., oder….. Ja, was gibt es schöneres, als den Tag mit einem leckeren Frühstück zu beginnen…..
Die Maschinen waren schnell beladen und das ganze Hotelteam, vom Manager bis zur Raumpflegerin, standen vor dem Haus und verabschiedeten sich herzlich von uns und winkten uns noch lange nach….. Wir fuhren auf unserer Route weiter durch das malerische Tal, in unzähligen Kurven immer dem Fluss Idrjica entlang in Richtung Tolmin. Hier öffnete sich das Tal und das Städtchen Tolmin liegt schön eingebettet an einem flachen Stausee mit einladenden Ufern zum Baden und Campieren…. Wir fuhren aber weiter durch das nächste Tal nordwärts nach Bovac, wo sich viele Wildwasserfahrer aufhielten, und dann weiter die Bergstrasse hinauf zum Predilpass, der die Grenze zu Italien macht. Im Verlauf der Passstrasse liegen noch zwei ehemalige österreichische Festungswerke: Flitscher Klause und Fort Hermann, und auch auf der Passhöhe steht noch ein altes Fort, das von den kriegerischen Wirren aus vergangenen Zeiten zeugt. Die Abfahrt war zum Teil schmal und steil, war aber problemlos zu fahren. Und schon bald kamen wir in Tavision an, wo wir eine ausgiebige Rast mit gemütlichem Mittagessen einschalteten….
Die Route führte uns nun auf einer breiten Strasse nach Tolmezzo und dann auf einer kurvigen Bergstrasse durch die Ortschaft Ampezzo und über den Passo Mauria (1297 müM) bis hinunter nach Lorenzago di Cadore. Hier fanden wir ein einfaches Hotel, das von zwei liebenswürdigen alten Damen geführt wird. Die Zimmer waren sauber und korrekt, und befanden sich im 2.Stock….. Über eine schmale und steile Treppe mussten wir wie Sherpas unser Gepäck hochschleppen. Aber was soll’s – ein bisschen Sport tut allen gut…. und fördert den Appetit….. Für das Nachtessen meldeten wir uns im Hotel an, und so kochten die beiden Ladys für uns auch noch ein feines italienisches Nachtessen, das uns vorzüglich schmeckte…..
Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang durch das Dorf gingen wir schon früh zu Bett, denn morgen erwartet uns eine schöne, aber anstrengende Tour durch die Dolomiten… und es wird bestimmt mehr Verkehr auf den Strassen haben, als wir dies von den letzten drei Wochen gewöhnt waren……
Track Spodnja Idrija - Lorenzago di Cadora
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- Geschrieben von: Otto Schneider
Tag 22 – 03.09.2010 – Töll (bei Meran)
Das Wetter war auch heute Morgen wieder schön, aber ziemlich kalt (nur gerade 8° C). Man spürte es an der Temperatur gut, dass Lorenzago di Cadore auf 860 müM liegt….. Das Frühstück war einfach aber gut, mit Kaffee und den berühmten italienischen Brötchen, die uns von der Bäckersfrau direkt an den Tisch geliefert worden sind….
Die Motorräder konnten wir hinter dem Haus beim Garten in eine überdachte Pergola stellen. Der enge Zugang und die Tür zum Pavillon sind wahrscheinlich nicht für Motorräder geplant worden, doch mit gegenseitiger Unterstützung brachten wir alle Maschinen wieder heil auf die Strasse und vor das Hotel. Das Gepäck war heute etwas leichter…., denn wir haben auch unsere dicken Pullover und warmen Unterhosen angezogen…… und wer eine zur Verfügung hatte, der schaltete auch die Griffheizung ein…. – eine tolle Erfindung bei diesen Bedingungen…..
Nach einer kurzen Abfahrt bogen wir dann rechts weg in Richtung Auronzo di Cadore, das malerisch an einem schönen Stausee liegt. Das lange Städtchen ist sehr belebt mit vielen Touristen, die immer wieder über die Strasse drängen und den dichten Ortsverkehr blockieren. Wir waren froh, nicht in diesem Rummel genächtigt zu haben…… Unsere Route führte uns nun über den Passo Tre Croci (1809 müM) nach Cortina d’Ampezzo. Auch hier herrschte wieder ein riesiger Rummel in der Stadt und zu allem hin führte auch noch eine grosse Rallye mit Autos und Sportwagen aus vergangenen Zeiten quer durch das Center von Cortina d’Ampezzo. Mit all den Umleitungen und Einbahnstrassen kreisten wir zwei Mal um und durch das Center, bis wir endlich die richtige Strasse zum Passo Falzarego fanden… Fast ein bisschen entnervt machten wir oberhalb der Stadt bei einem schönen Restaurant eine Rast und beruhigten unsere Emotionen mit heisser Schokolade und mit Tee…. und für die ganz schlimmen Fälle gab es auch noch feinen Kuchen oder frischen Apfelstrudel……
In schönen Kurven und mit wenig Verkehr überquerten wir locker und lässig den Passo Falzarego (2105 müM). Für die Abfahrt wählten wir die Strasse nach Arabba. Am Himmel bedrohen uns immer wieder grosse Wolken, doch in unserer Richtung ist der Horizont offen und hell. Also nutzten wir die Gunst der Zeit und machten uns ohne in Arabba anzuhalten an den Aufstieg des berühmten Passo Pordoi (2239 müM). Die Strasse ist recht gut ausgebaut und schlängelt sich in unzähligen Kurven und den 33 nummerierten Haarnadelkurven den steilen Berghang hinauf…. Zudem blockierten immer wieder in gefährlicher Art und Weise überforderte Auto- und Motorhomefahrer die Strasse, was wieder zu riskanten Überholmanövern bei den vielen Motorradfahrern führte…. Eine echte Schlüsselstelle auf unserer Tagesetappe, die hohe Ansprüche an das Fahrkönnen stellte, doch von allen mit Bravour gemeistert wurde…
Auf der Passhöhe machten wir eine verdiente Rast und schauten uns das Spektakel auf der Passstrasse an. Der Passo Pordoi ist ein richtiger Kultpass, sei dies mit dem Rennrad und Mountenbike, Motorrad oder Sportcoupé, aber auch für Wanderer und Carfahrten….. und alle wollen die Faszination dieser vielen Haarnadelkurven in der Auf- und Abfahrt des Passes erleben und geniessen……
Die Abfahrt über die 28 Haarnadelkurven war für uns problemlos und schon bald durchquerten wir Canazei und bogen später in Vigo rechts weg zum Karerpass (1745 müM). Nach der Passhöhe machten wir unseren obligaten Halt im Restaurant des Castel Latemar, wo wir wie gewohnt ein gutes Essen geniessen konnten. Ein Hotel und Restaurant, das sehr zu empfehlen ist….
Die Durchfahrt durch Bozen brachte uns mit einem Schlag wieder in die Hektik des Grossstadtverkehrs. Unser Tagesziel war Meran und dann das Hotel Rössel in Rabland b/Meran. Leider war schon alles ausgebucht, doch die Chefin engagierte sich persönlich und telefonierte mit anderen Hotels, bis sie für uns freie Zimmer im Hotel Edelweiss in Töll b/Meran gefunden hat. Vielen Dank für diese grosszügige Unterstützung.
Das Hotel Edelweiss haben wir schnell gefunden und an der Rezeption war bei unserer Ankunft schon alles vorbereitet. Ein richtig schönes Wellness-Hotel, wo wir uns für den letzten Abend noch nach Strich und Faden verwöhnen lassen konnten…. – mit Hallenbad, Dampfbad und Sauna, und natürlich mit einem feinen Nachtessen, denn der Zimmerpreis war mit Halbpension….. Herz was willst du mehr….. Ein eleganter und erholsamer Reiseabschluss mit Stil…..
Track Lorenzago di Cadore - Merano
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- Geschrieben von: Otto Schneider
Tag 23 – 04.09.2010 – Cernier
Heute steht die letzte Etappe unserer Reise auf dem Plan. Der Himmel war stark verhangen und über Bozen standen bedrohlich schwarze Gewitterwolken. Doch in Richtung Schweiz zeigte sich der Himmel mit blauen Aufhellungen und auch die Sonne schien am Horizont durchzudrücken.….
Das Frühstücksbuffet war, wie es sich für ein Wellness-Hotel geziemt, reichlich und mit vielen gesunden und auch mit den feinen, aber weniger gesunden, Produkten liebevoll angerichtet. Und so langten wir halt nochmals kräftig zu, und tranken dazu feinen Kaffee und heisse Schokolade…..
Die Fahrt durch das Vinschgau verlief problemlos und ohne all zu grosses Kolonnenfahren. Links und rechts von der Strasse leuchteten die reifen Äpfel von den prallvollen Bäumen in den zahlreichen Plantagen. Auch wurde überall bewässert, das uns zuversichtlich machte, dass es noch nicht so schnell regnen werde….
Im schönen Städtchen Glurns im oberen Vinschgau machten wir nochmals einen kurzen Halt, denn hier gibt es in einem kleinen Laden feines Trockenfleisch aus der Region zu kaufen….. aber auch spezielle Käsesorten für kulinarische Liebhaber oder Feinschmecker….
Den Zoll passierten wir ohne dass wir unsere Papiere zeigen mussten. Es war nur wenig Verkehr auf der Strasse und so konnten wir in gemütlichem, aber trotzdem zügigem Tempo über den gut ausgebauten Ofenpass fahren. Kurz vor Zernez fing es ganz leicht an zu regnen. Da auch über dem Flüelapass schwere Regenwolken hingen, entschieden wir uns für eine Rast im Restaurant bei der zentralen Strassenkreuzung. Mit heissen Getränken wärmten wir uns wieder auf und informierten uns mit den lokalen Zeitschriften über das aktuelle Tagesgeschehen…..
Ein Stunde später waren die Strassen wieder trocken und die Sicht auf den Flüelapass wieder frei von Wolken….. So konnten wir unsere Regenanzüge im Gepäck lassen und auf trockener Strasse über den Pass nach Davos fahren…. Da haben wir aber richtig Glück gehabt….. Ab Davos wurde das Wetter immer sonniger und die Temperaturen angenehm warm. In Küblis machten wir nochmals eine ausgiebige Rast mit einem feinen Mittagessen, denn auf Raphaël und mich wartete nach Landquart noch eine lange Fahrt über die Autobahn…. , die wir gestärkt in Angriff nehmen wollten…..
In der Raststätte Glarnerland bei Ziegelbrücke verabschiedeten wir uns von unseren Freunden und Reisebegleiter, die ihren Wohnsitz in Lachen, bzw in Rapperswil haben. Unsere weitere Fahrt ist schnell erzählt. Nach 2.5 Stunden monotoner Autobahnfahrt kamen auch wir mit unseren Maschinen müde, aber glücklich, dass die ganze Reise so gut abgelaufen ist, zuhause in Cernier an.
Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer, dass wir gemeinsam eine so tolle Reise erleben durften. Es war eine Reise, die uns noch lange nachhaltig in Erinnerung bleiben wird…….
