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Tag 06 - 18.08.2010- Kastoria

Details
Geschrieben von: Otto Schneider
Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2022

Tag 06 – 18.08.2010 – Kastoria

Um 07h30, also noch vor dem Frühstück, waren die Zimmer geräumt und die Maschinen fertig bepackt und bereit für die Abfahrt. Zügig, und schon fast im Schnellzugstempo, bedienten wir uns am Frühstücksbuffet. Heute wollten wir keine Zeit “verplämpern“ und wie geplant um 08h00 vom Hotel wegfahren …..  Wir hätten es beinahe als Erste geschafft, doch das Auto mit den Belgiern und das mit den Rumänen schafften es noch ein bisschen schneller als wir….  Doch was soll’s – wir Schweizer sind uns ja gewohnt, sich auch an Ehrenplätzen zu erfreuen……

Die Fahrt war in der ersten Streckenhälfte sehr abwechslungsreich, hügeliges Land mit vielen Kurven. Auch die kühlen Temperaturen (20 – 24°C) in den Vormittagsstunden machten die Reise zu einem Genuss. Schon bald kamen wir in Grevena an, wo wir kurz eine Abzweigung verpassten. Dadurch kamen wir noch in den Genuss einer Stadtbesichtigung durch kleine und enge Gassen. Nach Grevena wurde das Land flacher und die Strassen immer gerader. Verkehr gab es praktisch keinen, aber auch auf der parallel verlaufenden Autobahn war nur selten ein Fahrzeug zu sehen.

Gegen Mittag sind wir in Kastoria eingetroffen. Kastoria liegt wunderschön direkt am See. Auf dem grossen Parkplatz im Zentrum machten wir einen Halt, um das weitere Vorgehen für die Hotelsuche zu besprechen. Schon am Vortag hatten Fredi und Raphaël über Google einige Hotel in und um Kastoria  raus geschrieben. Auch ein freundlicher Herr kam spontan auf uns zu, und hat uns als Einheimischer beratend unterstützt…..

Schlussendlich “landeten“ wir im Hotel Petra, etwas ausserhalb der Stadt, aber sehr schön gelegen. Der Empfang war sehr freundlich und herzlich, so dass wir uns in diesem Hause sofort wohl fühlten.

Am Nachmittag besuchten Fredi und Christa den befreundeten Pater Gabriel, den sie vor 17 Jahren auf einer Reise kennen lernten und bei dem sie damals wohnten. Die anderen machten Siesta im Hotelgarten oder auf dem Zimmerbalkon….

Am Abend fuhren wir mit dem Taxi nach Kastoria und gönnten uns ein wunderbares Essen in einem kleinen Restaurant direkt am See….. dazu einen Sonnenuntergang, farbige Lichterketten, ein gutes Glas Wein, einen träumerischen Blick übers Wasser, dazu etwas Romantik mit Sehnsucht….. mit anderen Worten: Feriengenuss pur!....  

Morgen werden wir Griechenland verlassen und bis nach Ohrid in Mazedonien weierreisen.

Track_Kalampaka - Kastoria

Tag 07 - 19.08.2010 - Ohrid (MK)

Details
Geschrieben von: Otto Schneider
Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2022

Tag 07 – 19.08.2010 – Ohrid (MK)

Auch heute Morgen machten wir unsere Maschinen schon vor dem Frühstück startklar. Auch die anderen Hotelgäste nutzten diese Zeit, um ihre Zimmer zu räumen und das Gepäck in den Autos zu verstauen. Alle wollten so schnell wie möglich für die Weiterfahrt bereit sein. Es herrschte eine leichte Hektik fast wie in den SAC-Hütten, wenn alle plötzlich vom Gipfelfieber packt werden…..

Um 08h00 Ortszeit (das ist eine Stunde früher als die aktuelle Schweizerzeit) machten wir uns auf den Weg in Richtung Kastoris. Bei der Post machte Fredi noch einen riskanten Spurt über die Strasse und schob die Ansichtskarten mit den Grüssen an die Daheimgebliebenen in den Briefkasten.

Um die Stadt zu verlassen, nahmen wir die kleine Strasse, die dem See entlang rund um die Halbinsel der Stadt Kastoria führt, um dann auf die Hauptstrasse in Richtung Osten zu fahren. Doch schon bald schwenkten wir links weg in eine schmale Bergstrasse mit extrem steilen Haarnadelkurven. Diese Strasse führte uns über einen verlassenen Pass und führte dann nach 17km über eine etwas altersschwache Brücke in die Hauptstrasse nach Florina. Der weitere Streckenverlauf war wider reinstes Fahrvergnügen. Die schön ausgebaute Strasse schlängelte sich durch ein stark bewaldetes Tal immer höher den Berghang hinauf bis auf ca.1700müM. Veraltete Ski- und Sessellifts führen von der Passhöhe durch enge Waldschneisen bis auf den Bergkamm. Hier wird anscheinend im Winter Ski gefahren….  

Nach Florina wurde das Land wieder flacher und schon bald standen wir vor der Mazedonischen Grenze. Noch auf der Griechenseite erfrischten wir uns in der  kleinen Taverna direkt beim Grenzübergang mit Fanta und Wasser. Dort, in dieser abgelegenen Beiz, trafen wir auf ein junges, sehr sympathisches Pärchen aus Feldkirch (A), das seit 4 Tagen mit dem Motorrad für eine grosse Reise unterwegs ist. Sie erzählten uns ganz bescheiden ihren geplanten Routenverlauf: Nach Mazedonien durch Griechenland und die Türkei in den Iran und dann weiter durch Pakistan nach Indien….  Sie erwähnten dann aber noch, dass sie erst im nächsten Mai wider zurück sein müssen – es liegt also noch sehr viel Zeit vor ihnen. Liebe Simone, lieber René, alles Gute auf eurer Reise und wir werden Euch über eure Homepage virtuell begleiten…..

Der Grenzübertritt war absolut problemlos. Passport und Grüne Versicherungskarte wurden kontrolliert und dann konnten wir alle einreisen. Am Zustand der Strassen spürten wir sofort, und sehr direkt auf den Popo, dass wir das Land gewechselt hatten. Es hat auch immer wieder sehr tückische Schlaglöcher und Spurrillen. Aber mit einer gedrosselten Fahrweise ist auch das kein Problem…..

Über einen schönen Pass kamen wir um 13h00 im schönen Städtchen Ohrit an. Da Erwin schon geschäftlich in dieser Stadt war, konnte er uns direkt in das Hotel Mizo führen, das etwas ausserhalb der Stadt, jedoch direkt am See steht. Die Zimmer waren schnell bezogen und sofort eilten wir alle an den Strand – die einen gemütlich in die Beiz und die anderen mit Vergnügen ins Wasser……

Gegen Abend trafen wir uns in der Stadt mit zwei mazedonischen Geschäftsfreunden von Erwin, und gemeinsam verbrachten wir den Abend bei einem feinen Nachtessen in einem Restaurant am See. Dazu spielte eine Kapelle virtuose Balkanmusik, dass wir alle beinahe weg schmolzen….

Morgen gibt es wieder einen Ruhetag, denn Ohrid ist einfach zu schön……

Track Kastoria - Ohrid (MK)

 

Tag 08 - 20.08.2010 - Ohrid (Ruhetag)

Details
Geschrieben von: Otto Schneider
Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2022

Tag 08 – 20.08.2010 – Ohrid (Ruhetag)

Um 08h00 starteten wir unseren Ruhetag mit einem Frühstück auf der Terrasse direkt am See. Gemütlich und idyllisch….

Anschliessend machten wir uns zu Fuss auf den Weg in Richtung Ohrid. Unser erstes Ziel war die imposante Burg des Zaren Samuil, welcher im Mittelalter die Balkanhalbinsel regierte. Die Burg thront majestätisch auf einem Hügel über der Stadt. Von der einst riesigen Burg stehen heute nur noch die äusseren Mauern mit den Wach- und Ecktürmen, die aber heute in kleinen Schritten restauriert werden. Über steile Treppen gelangt man auf die Mauern und Türme, von denen aus der Besucher einen gewaltigen Blick über die Stadt und den Ohridsee geniessen kann...

Die antike Stadt Ohrid gehört mit ihrem großartigen See zweifellos zu den schönsten und attraktivsten Städten der Region - eine Perle alter Architektur mit wertvollem Kulturgut und historischen Denkmälern. Man kann sie auch ein "Stadtmuseum" nennen, denn hier ist der Orient an den Westen geraten und es entwickelte sich eine Stadt mit einzigartigem Charakter. Heute ist Ohrid eine Stadt mit historischer Architektur kombiniert mit modernen und luxuriösen Anlagen. Der Ohridsee, der auch ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen wurde, ist einer der größten Seen auf der Balkanhalbinsel und gilt als einer der ältesten Seen der Erde. Der Wasserspiegel liegt 695 m über dem Meeresspiegel. Der See hat eine maximale Tiefe von 289 m und nimmt eine Fläche von 349 km² ein. Der größere Teil gehört zur Republik Mazedonien, der kleinere zur Republik Albanien. Am mazedonischen Ufer sind Ohrid und Struga die wichtigsten Städte. Insgesamt leben mehr als 200.000 Menschen rund um den See. Der Ohridsee verfügt über keinen wesentlichen Zufluss. Er wird durch zahlreiche Quellbäche gespeist. Entwässert wird der See bei Struga durch den Fluss Drin zur Adria hin, wo Schleusen den Abfluss regulieren.

Von der Burg marschierten wir den Burghügel hinunter zum antiken Amphitheater, das auch heute noch für Aufführungen genutzt wird. Weiter ging unser Weg unter schattigen Bäumen und zum Teil durch verlassene Gärten zur Kirche St. Johannis (Sveti Jovan), die auf einem Felsen, mit schönem Blick auf den See, steht. Von dort liessen wir uns mit einem kleinen Schiffstaxi in den Hafen von Ohrid bringen….

Wir schlenderten durch die autofreie Einkaufs- und Flanierstrasse direkt zum Gemüse und Früchtemarkt, wo die Bauern ihre frischen Produkte aufgestellt hatten. Der ganze Marktplatz ist durch die vielen eng zusammen stehenden Stände und mit speziellen Dachkonstruktionen gut abgedeckt, so dass alles schön im Schatten angeboten werden konnte. Auch wir deckten uns mit frischen Früchten ein und fuhren anschliessend mit dem Taxi zurück zum Hotel, denn dort erwarteten uns um 14h00 unsere beiden mazedonischen Freunde Qazim und Bexhet, die für uns ein Fischessen in der Nähe von Struge organisierten…..

Mit dem Auto chauffierten sie uns zum kleinen Restaurant direkt am See, wo der reservierte Tisch schon schön vorbereitet worden ist. Bestellen mussten wir nichts, denn wir waren ihre Gäste und es wurde einfach aufgetragen….. Als Vorspeise einen leckeren mazedonischen Salat und dann die riesige Fischplatte…. Am Morgen kontrollierte Bexhet noch persönlich beim Wirt, dass unsere bestellten Fische noch lebten und dann am Nachmittag wirklich ganz frisch sind…. Auf den zwei Platten waren total 9 riesige Forellen verteilt und dann noch je ein grosser Fisch, der in kleine Stücke geschnitten worden ist. War das ein Schmaus, denn gegessen ferden in Mazedonien die Fische mit den Fingern und ich kann euch versichern, es schmeckte einfach nur herrlich….

Nach dem Essen führten sie uns zu einer berühmten Kloster- und Kirchenanlage, die ebenfalls sehr idyllisch direkt am See, nahe der Albanischen Grenze liegt. Mit einem ganz kleinen Motorboot fuhren wir dann noch auf dem See eine kleine Rundfahrt bis ganz zur Grenze zu Albanien. Anschliessend fuhren wir mit dem Auto wieder zurück nach Sruga, wo uns Qazim bei sich zu Hause im Garten Erfrischungen und Kaffee servierte….

Gegen 19h00 fuhren wir wieder nach Struga, und dort führten uns unsere Freunde in eine kleine Konditorei – denn jetzt war es Zeit, den köstlichen Kuchen und die reichhaltige Patisserie zu probieren….. Und natürlich waren wir auch hier eingeladen und ihre Gäste….  Qazim verabschiedete sich anschliessend von uns, denn er hatte noch einen geschäftlichen Termin, aber Bexhet führte uns noch durch die Flaniermeile von Struge und zum Schluss noch in ein schönes Restaurant zu einem letzten Esspresso, bevor er uns zusammen mit einem Taxi wieder zum Hotel zurück brachte….    

Vielen herzlichen Dank, lieber Qazim und lieber Bexhet, für diesen unvergesslichen Tag mit euch zusammen. Eure grosse Gastfreundschaft und Herzlichkeit wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Danke vielmal - Многу благодарам.   

Tag 09 - 21.08.2010 - Tetovo

Details
Geschrieben von: Otto Schneider
Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2022

Tag 09 – 21.08.2010 – Tetovo

Auch heute frühstückten wir bei schönstem Wetter auf der Terrasse direkt am See. Doch diesmal wählten wir Tee oder Milch, denn der Kaffee gestern konnte man zwar trinken, war aber eine helle, undefinierbare Brühe mit feinem Kaffeepulver, das irgendwie obenauf schwamm und beim trinken im Hals kratzte…..

Punkt 10h00 war alles wieder gepackt, das Zimmer bezahlt und wir bereit für die Weiterfahrt. Viele Hotelgäste kamen ebenfalls vor das Hotel, wünschten uns gute Reise und winkten hinter uns nach. Wir nahmen die alte Strasse bis Struga, wo Christa die Ansichtskarte in den Briefkasten warf und Pia am Bankomat noch mazedonische Denar “kaufte“. Dazu mussten wir eine Schlaufe durch die engen Strassen der Stadt machen, was natürlich bei den Leuten wieder grosses Staunen verursachte….  Auch die Maschinen wurden noch voll getankt, bevor wir uns auf den Weg in Richtung Debar machten….

Die Strasse war erstaunlich gut und führte durch ein enges Tal dem Fluss Crni Drim entlang. Bald schon schlängelte sich die Route in unzähligen Kurven einem langen Stausee entlang. Verkehr hatte es praktisch keinen. Ab Debar verschlechterte sich der Strassenzustand und man musste höllisch aufpassen und vorsichtig um die vielen Löcher und schadhaften Stellen kurven… Doch einige Kilometer hinter Debar besserte sich die Strasse und wir konnten wieder entspannter fahren…. 

Die Fahrt liess auch heute unsere Motorradherzen höher schlagen. Wie an einer Perlenkette aufgereiht schlängelten wir um die genussvollen Kurven und erreichten den See Mavrovsko ezero auf 1320müM. Unser nächstes Ziel war der Ort Gostivar, wo wir eigentlich die Übernachtung vorgesehen hatten. Wir durchquerten das ganze Städtchen, fanden aber nirgends ein Hotel. Also fuhren wir weiter bis nach Tetovo.

Mit dem Navi peilten wir ein Hotel mitten in der Stadt an. Die Temperatur lag wieder mal bei 38°C und im Stadtverkehr herrschte eine flimmernde Hitze…. Auch die Fahrweise in den Städten ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig, denn auf dem ganzen Balkan kennt man keinen Rechtsvortritt…. Jeder fährt in die Strassen oder über die Kreuzungen, zwar vorsichtig, aber einfach irgendwie oder so wie es dann geht…. Die Fahrzeuge werden dort abgestellt, wo der Fahrer was zu erledigen hat und auch wenn das in der zweiten Reihe mitten auf der Fahrspur ist…. Dann fährt halt jeder um das Hindernis herum…. Auch die Kreisel sind ein Thema für sich. Wie uns Bexhet erklärte, gibt es diese Dinger seit eins zwei Jahren. Wie man diese Kreisel fährt wird jetzt erst in den Fahrschulen gelehrt, doch alle anderen kennen die Kreiselregeln nicht und fahren die Dinger, zwar vorsichtig, aber einfach irgend wie…..

Das Hotel in der Stadt existierte nicht mehr und wir fuhren wieder quer durch die Stadt zum Hotel EMKA, das am Stadtrand liegt. In diesem 4-Stern Hotel fanden wir tolle Zimmer für 35 Euro/Zimmer, inklusive Frühstück….   

Das Nachtessen nahmen wir im schönen und sehr vornehmen Hotel-Restaurant. Die Kellner waren elegant gekleidet und bewegten sich sehr gekonnt und bedienten die Gäste professionell…… – glaubten wir wenigsten…..

Zu unserem Essen bestellten wir eine gute Flasche Wein. Der Kellner brachte sie an den Tisch, liess mich die Temperatur fühlen und schenkte mir dann zum probieren ein. Nachdem ich zustimmte, dass der Wein gut sei, begann er bei mir mit Einschenken. Er füllte aber das Glas s stark, dass wir schon alle voraus sahen, dass dies nicht für sieben Gläser reichen kann….    Beim fünften Glas merkte es auch der Kellner, doch er machte unbeirrt weiter und schenkte diesmal etwas weniger ins Glas. Beim sechsten Glas noch etwas weniger und beim letzten Glas nu noch ein keiner Schluck. Dann schaute er uns ganz erstaunt mit einem treuherzigen Dackelblick an und meinte: „“Oh je – Entschuldigung, es hat nicht gereicht….“ Wir bestellten dann noch eine zweite Flasche und bemerkten dann, dass hinter der Theke Hektik aufgekommen war. Dann kam ein anderer Kellner mit einer neuen Flasche Wein, doch diese hatte eine andere Etikette….. Jetzt war guter Rat teuer!  Doch unser Kellner wusste sich zu helfen – er schüttete an der Thee den neuen Wein in die leere Flasche und kam dann freudestrahlend an den Tisch und wollte dann die drei letzten Gläser auch noch nachfüllen….. Wir unterbrachen jedoch sein Vorhaben und sagten ihm, dass wir sein Manöver an der Theke gesehen hätten, und dass wir die Flasche des zweiten Weines gerne gesehen hätten. Er lief ganz rot an und setzte wieder den Dackelblick auf..... Die Flasche hat man uns dann später gezeigt, nachdem ein anderer Kellner im nahe gelegenen Getränkeladen vier neue Flaschen eingekauft hatte…..

Ich kann euch sagen, wir amüsierten uns köstlich und übrigens - den Kaffee nach dem Essen hat man uns dann grosszügig offeriert….. 
Ja, wie sagt man doch so schön: “Wer eine Reise tut, der kann was erzählen…“

 Track Ohrid - Tetovo

 

Tag 10 - 22.08.2010 - Pejë

Details
Geschrieben von: Otto Schneider
Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2022

Tag 10 – 22.08.2010 – Pejë (Kosovo)

Das Wetter war wieder strahlend blau und wolkenfrei. Beim Frühstück gab es für Erwin noch eine Überraschung, denn heute feiert er seinen Geburtstag. Christa und Fredi haben aus der Schweiz zusammen mit ein paar Kerzen auch eine kleine Nusstorte in ihrem Gepäck mitgebracht. Feierlich wurde die Nusstorte mit den Kerzen dekoriert und gemeinsam sangen wir für Erwin ein mindestens 4-stimmiges "Happy Birtday to you....." 

Um 09h00 waren wir alle wieder bereit für die Weiterfahrt. In der neben dem Hotel stehenden Tankstelle füllten wir auch die Tanks der Motorräder wieder auf. Denn Sonntags weiss man in diesen Ländern nie so recht, wie die Öffnungszeiten der Tankstellen gehandhabt werden und zudem führte unsere geplante Route auch durch abgelegenes Gebiet…….

Bis nach Skopje nutzten wir die neue Autobahn, denn jeder den wir fragten versicherte, dass die alte Strasse in einem sehr schlechten Zustand sei. Auf der Autobahn in Mazedonien wird an verschiedenen Zahlstellen immer wieder eine Gebühr verlangt. Der Preis ist aber für unsere Verhältnisse bescheiden.

Nach der Autobahn führte unsere Route durch ein schmales Tal, an braunen und zum Teil kahlen Hügeln vorbei, bis zum Grenzübergang in den Kosovo. Die Ausreise aus Mazedonien ging einfach und zügig. Weiter vorne kamen wir dann zum Zoll vom Kosovo. Dort mussten wir in einem kleinen Büro, das direkt neben dem Grenzgebäude stand, für jedes Motorrad eine Versicherung abschliessen, denn de grüne Versicherungskarte ist im Kosovo nicht gültig. Für die Einreiseformalitäten öffnete dann ein freundlicher und deutsch sprechender Zollbeamter ein weiteres Kontrollhäuschen nur für uns, und erledigte die administrativen Vorgaben. Mit unseren Papieren war alles ok und wir hatten auch nichts zu verzollen, so konnten wir uns wieder startklar machen und problemlos ins Land einreisen…..

Das erste was uns auffiel waren die schlechten Strassen. An zwei Stellen hinter der Grenze wurden die grossen Strassenbrücken neu aufgebaut und konnten nicht passiert werden. Die Strasse führte dann steil, verschmutzt mit Sand und vielen Schlaglöcher, in die Schlucht hinunter, um dort den Fluss über eine kleine Notbrücke zu überqueren. Die Kriegsspuren waren hier überall noch deutlich zu sehen. Es herrscht aber auch überall ein riesige Bautätigkeit, sei dies an den Strassen oder an öffentlichen Gebäuden oder privaten Häusern…..

Zirka neun Kilometer nach Kaçanik bogen wir links ab in die Strasse nach Prizren. Diese Route führt durch einen Nationalpark und über einen Pass von 1500müM und durch das bekannte Skigebiet von Brezovica. Die recht gute Strasse führt hier durch eine wunderschöne Landschaft. Verkehr war fast keiner. Überall waren grössere Gruppen oder ganze Familien die am Schatten zusammen sassen und picknickten. Auch auf der Passhöhe sassen überall die Menschen und picknickten. Bei kleinen Hütten wurde aber auch mit einfachsten Mitteln gebaut und repariert. Auf unsere Frage hin erklärte uns ein junger Bursche mit sichtlichem Stolz, dass er mit der Familie im unteren Teil der Hütte schon jetzt wohne, und dass er jetzt mit seinen Freunden oben drauf einen Verkaufsladen bauen werde, den er dann im nächsten Winter nutzen könne. Den Boden verlegten sie aber mit Brettern, die sie aus alten Transportpaletten zuschnitten….  Also wirklich mit einfachsten Mitteln eben..... Aber alle Menschen, die wir trafen waren extrem freundlich und wollten uns auch immer wieder zu sich einladen….

Ab der Passhöhe führte die Strasse kurvenreich und auch mit engen Haarnadeln sehr steil (22%) ins Tal hinunter. Vor Prizren kamen wir durch eine eindrückliche Schlucht, die beim Ausgang mit einem Militärlager durch die KFOR kontrolliert wird. Die militärischen Fahrzeuge sind überall präsent und der Strasse entlang gibt es auch spezielle Geschwindigkeitstafeln für Panzer und Militärlastwagen…. 

In Prizren machten wir einen kurzen Halt und entschieden uns dann, dass wir weiter bis Pejë fahren werden. Die zweispurige Hauptstrasse aus Prizren raus war in einem sehr schlechten Zustand. Über mehrere Kilometer erstreckte sich eine riesige Baustelle, wo diese wichtige Strasse mit schweren und zum Teil sehr veralteten Baumaschinen wieder instand gestellt wird. Die Lastwagen und Baumaschinen tragen oft noch die alten Schriftzüge von den Firmen aus der Schweiz oder Deutschland, die diese Schrottfahrzeuge wegen unseren Umweltgesetzen liquidieren mussten…..

In Pejë fanden wir schnell ein Hotel. Im 4-Stern Hotel Dukagjini (hiess früher Hotel Royal Arda), das auch die Spuren des Krieges zeigte, fanden wir eine Unterkunft. Im Erdgeschoss eine feudale Eingangshalle mit der Rezeption und zwei riesige Restaurants mit Terrasse auf die Strasse und zum Flussufer, der durch die Stadt fliesst. Im ersten Stock sind einfache aber saubere Zimmer. Die weiteren Etagen sind im Wiederaufbau…..
Der Empfang war aber wieder extrem freundlich und auch das Essen im Restaurant war sehr gut und preiswert…..

Morgen fahren wir nun nach Montenegro.

Track Tetovo (MK) - Pejë (Kosovo)

 

  1. Tag 11 - 23.08.2010 - Podgorica
  2. Tag 12 - 24.08.2010 - Kotor
  3. Tag 13 - 25.08.2010 - Kotor (Ruhetag)
  4. Tag 14 - 26.08.2010 - Dubrovnik

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