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- Geschrieben von: Otto Schneider
Tag 16 - 28.08.2010 – Knin (HR)
Damit wir der gossen Tageshitze etwas aus dem Weg gehen und von der Morgenkühle profitieren konnten, begaben wir uns schon um 07h00 in den Frühstücksraum. Ein reichhaltiges Buffet erwartete uns, über das wir dann auch als Erste mit grossem Appetit herfielen….. Sogar der Pulverkaffee war ausgezeichnet und verleitete dazu, auch noch einen Zweiten zu nehmen…. Als dann die italienische Reisegruppe den Frühstücksraum mit lautem “Geschnatter“ stürmte, packten wir unsre Siebensachen und verliessen den Frühstückstisch fluchtartig……
An der Rezeption bezahlten wir die Übernachtung, und mussten feststellen, dass sich unsere Vermutung vom Vorabend bestätigte…… Der Preis war nicht, wie unsere Aufklärungspatrouillier bei der Zimmerinspektion verstanden hatte, 36 Euro pro Zimmer, sondern es kostete 36 Euro pro Person. Ein kleiner Unterschied zwar, aber nicht weiter schlimm, dann die Zimmer und die Lage des Hotels waren für uns ideal….
Die Maschinen waren schnell bepackt und wir fuhren wieder aus Mostar raus in Richtung Sarajevo. Während 45 km führte die Strasse sehr kurvenreich durch eine faszinierende Schlucht mit interessanten geologischen Felsformationen. Der Fluss wurde an verschiedenen Orten gestaut und genutzt, auch mit grossen Fischzuchtanlagen, die von der Strasse aus zu sehen waren. In Jablanica bogen wir links weg in die Strasse, die in Richtung Banja Luka weiter führt. In einer wahren Genussfahrt führte die Route immer bergauf, und plötzlich standen wir auf der Passhöhe vom Makljenpass, auf 1123müM….. Das bedeutete aber, dass wir weiter unten in unserer Euphorie an der Abzweigung um Zahumlpass vorbei gefahren sind…. Also ging es die schönen Kurven bis zum nächsten Dorf wieder zurück, wo wir dann den richtigen Weg schnell fanden. Die Orientierung mit den Ortsnamen ist nicht immer einfach, denn auf unserer Karte sind diese zum Teil übersetzt oder mit veralteten Bezeichnungen angeschrieben. In Wirklichkeit stehen aber die neuen Bezeichnungen und in der jeweiligen Landessprache auf den Ortsschildern geschrieben. Doch die Leute waren immer sehr freundlich und haben uns weitergeholfen oder die richtige Bezeichnung auf einen Zettel geschrieben, so dass wir deswegen nur selten falsch gefahren sind…..
In Livno fuhren wir für eine Rast ins Städtchen und stellten unsere Maschinen beim grossen, mit Strassenkaffees umsäumten Platz, ebenfalls zu den anderen, zahlreich an der Strasse stehenden Motorrädern, an den Strassenrand. Auf einer gemütlichen Terrasse bestellten wir Capuccino und natürlich wie immer, viel Wasser…..
Die Weiterfahrt führte uns einem riesigen Stausee entlang und schon bad standen wir wieder an einem Grenzübergang, der uns erneut nach Kroatien brachte. Die Grenzpolizistin interessierte sich sehr für unsere Reise und wollte genau wissen, wo wir gestartet und bis jetzt überall durchgefahren sind. Dann gab es wieder einen Stempel in den Pass und wir befanden uns schon wieder auf kroatischem Boden….
Nach der Grenze konnten wir auf sehr guten Strassen durch landschaftlich sehr reizvolle Gegenden fahren. Das ganze Gebiet dem langen Stausee Perucko Jezero entlang ist aber auf den ganzen 60 Kilometern nur sehr, sehr spärlich besiedelt. Hie und da ist ein kleines Dörfchen mit ein paar Häusern, aber auch zahlreichen zerfallenen Ruinen, von der Strasse aus zu sehen. Aber Hotels gab es auf der ganzen Strecke keine. Erst in Knin stiessen wir auf das einfache, aber schön gemachte Familienhotel Ivan, wo wir noch freie und sehr saubere Zimmer vorfanden….
Schnell waren die Motorräder entladen und die Zimmer bezogen. Der Wirt informierte uns, dass am Abend noch ein grosses Hochzeitsfest im angebauten Gebäudekomplex mit Festsaal gefeiert werde. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Im grossen Grillraum rannten schon die Feuer, denn es sollen für die 200 Hochzeitsgäste total sieben Lämmer gleichzeitig am Spiess gebraten werden. Ein einmaliges Bild, wie sich die sieben beladenen Spiesse langsam drehten und einen wunderbaren Duft verbreiteten…..
Das Wetter hat sich jetzt etwas verändert. Heute sahen wir seid 14 Tagen das erste mal wieder einige Wolken am Himmel. Am Abend vielen sogar einige Tropfen Regen, doch vermochte es den Hausplatz nicht zu netzen….. Dazu blies ein heftiger Wind, der auch die ganze Nacht durch an den Fensterläden rüttelte. Uns konnte dies aber nicht an einem gesunden, tiefen Schlaf hindern……
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- Geschrieben von: Otto Schneider
Tag 17 - 29.08.2010 – Plitvicer Seen
Der starke Wind empfing uns auch am Morgen, als wir noch mit verschlafenen Augen aus dem Hause traten. Das Wetter war gut und der Himmel wolkenfrei. Auch der Parkplatz, auf dem am Abend über 60 Fahrzeuge standen, war wieder leer. Wie uns der Wirt erzählte, liessen die Hochzeitsgäste auch von den sieben geratenen Lämmer nichts übrig, alles wurde aufgegessen…..
Zum Frühstück servierte man uns neben Butter, Konfitüre, Käse und Wurst auch noch sichtlich stolz einen feinen Trockenschinken aus der eigenen Produktion, der fantastisch schmeckte.
Das Beladen der Motorräder können wir jetzt schon fast mit geschlossenen Augen und braucht nicht mehr viel Zeit. Noch schnell die Zimmerrechnung begleichen und schon sind wir wieder bereit für die Weiterfahrt. Das ganze läuft bei jedem schon fast wie ein Ritual ab…..
Unsere heutige Route in Richtung der Plitvicer Seen haben wir so festgelegt, dass sie zwar nahe an die Grenzlinie führt, wir aber auf kroatischem Boden bleiben können. Die Fahrt führte wieder durch einmalig schönes Gebiet. De ganze Landschaft im Aufstieg zum Srbskiklanacpass erinnert stark an unseren Nationalpark im Engadin. Man hätte teilweise glauben können, wir befänden uns im Aufstieg durch die Wälder zum Ofenpass……
Nach der Passhöhe schlängelte sich die Strasse in vielen steilen Kurven ins grün bewaldete Tal hinunter. Die Strasse führte durch ganz einsame und verlassene Dörfer. Nur selten sah man Menschen bei den Häusern, doch wenn dort jemand war, so winkten sie uns immer freudig zu. Es war ein richtiger Genuss dem kleinen Fluss entlang durch dieses abgelegene Tal, das hart der Grenze entlang führt, zu fahren….
In Donjl Lapac erlebten wir dann zwei Überraschungen. Zuerst sahen wir einen jungen Sportler in einem Trainingsanzug der Strasse entlang joggen, auf dessen Rücken in grossen Lettern FC Walenstadt gedruckt war, und kurz darauf kamen wir zu einer Kreuzung, wo auf einer grossen Tafel mit einem Allgemeinen Fahrverbot stand, dass die Strasse ab hier nicht mehr passiert werden könne….. Zu allem hin meldete Christa noch eine weitere Überraschung, denn sie wird bald auf Reserve fahren und sollte bald eine Tankstelle haben…. Ein freundlicher Passant erklärte uns, dass an der Strasse gebaut werde und sie deswegen geschlossen sei, und betreffend einer Tankstelle konnte er uns auch keine Hoffnung machen, denn es war Sonntag und am Sonntag sind in diesen abgelegenen Orten die Tankstellen geschlossen, so auch in diesem Ort wo wir uns gerade befanden…..
So beschlossen wir, entgegen unseres Planes, nochmals die Grenze zu überqueren und über Bihac (Bosnien-Herzegovina) an unser Tagesziel zu fahren. Kurz vor Bihac fanden wir dann auch eine offene Tankstelle, so dass an allen Motorrädern der Tank wieder gefüllt werden konnte…. Gleichzeitig gönnten auch wir uns eine erholsame Pause in der zur Tankstelle gehörenden Beiz. Unsere Motorräder waren das grosse Gesprächsthema bei den anderen Gästen. Mehrmals machte der Tankwart dem Fredi für seine Honda Varadero ein Angebot, das ihn schon ein bisschen ins grübeln brachte…. Doch wie sollte er nach Hause kommen ohne eigenes Fahrzeug, denn Christa stellte direkt von Anfang an klar, dass bei ihr auf ihrer Maschine keine Mitfahrmöglichkeit bestehe…. Ja, ja, - er hat es schwer, der Fredi……
Die erneute Einreise in Kroatien verlief problemlos und nach ca. 20 Kilometern kamen wir vor den Toren des Nationalparks Plitvicer Seen an. Mein Gott, herrschte da ein riesiger Rummel und eine Hektik. Touristen aus aller Herren Länder strömten in und aus dem Park. Wir standen anscheinend ein wenig hilflos umher, als sich ein österreichischer Busschauffeur unser erbarmte und uns die aktuelle Situation und die verschiedenen Einrichtungen erklärte und uns auch anvertraute, wo man nach Hotels suchen sollte….
Eine gute Unterkunft fanden wir im Hotel Grabovac, das in einem kleinen Dorf, ca. 11 Kilometer vom Parkeingang und vom Rummel entfernt liegt. Für uns war das ideal, denn für die Parkbesichtigung werden wir die Motorräder in der Hotelgarage stehen lassen und mit dem Bus zum Eingang des Parks fahren….
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- Geschrieben von: Otto Schneider
Tag 18 – 30.08.2010- Plitvicer Seen
Heute wollen wir in den Nationalpark und die berühmten Seen und Wasserfälle besuchen. Das Wetter hat sich nun verändert, denn am Morgen war der Himmel bedeck, aber es regnete nicht. Wie gewohnt starteten wir den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück und machten uns dann bereit für den Tagesausflug…..
Der bestellte Bus stand schon bereit, als Pia noch schnell beim Hotel am Bancomat etwas Geld beziehen wollte. Die Karte ging rein, sie konnte den Code eingaben – und dann passierte nichts mehr….. Das Licht löschte, der Bildschirm wurde dunkel…. Systemabsturz!! Die Karte immer noch im Apparat, Geld ist auch keines raus gekommen, und zu allem Überdruss mahnte im Hintergrund der Buschauffeur immer wieder, dass er abfahren müsse, denn andere Gäste warteten auch noch auf den Bus…. Ja, da kam dann etwas Hektik auf…. Doch die Dame an der Rezeption beruhigte uns, dass diese Situation nichts Aussergewöhnliches sei. Sie werde nun die Bank anrufen, damit der Spezialist vorbei komme, und die Karte werde sie dann zu sich nehmen und uns am Abend wieder aushändigen. Da wir weiter auch nichts mehr machen konnten, willigten wir ein und stiegen nun auch in den Bus ein…...
Die ganze Stimmung und Vorfreude auf diesen Tag war nach diesem Vorfall bei allen schon ein wenig gedämpft. Deshalb telefonierte ich noch auf die Helpline von unserer Bank und meldete den Vorfall sicherheitshalber. Nach diesem Telefonat und den Erklärungen der Bank entspannte sich unsere Anspannung und wir waren bereit für eine interessante Exkursion durch den Nationalpark…..
Der Nationalpark Plitvicer Seen ist mit einer Fläche von knapp 300 km2 der grösste unter den acht Nationalparks Kroatiens. Das Gebiet der Plitvicer Seen liegt auf halbem Wege zwischen der Hauptstadt Zagreb und der Adriaküste und wurde 1949 zum Nationalpark erklärt. Die Plitvicer Seen sind damit der älteste Nationalpark Kroatiens, 1979 wurde der Park in das Verzeichnis des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen.
Plitvce steht für ein einzigartiges Naturphänomen im Karst, denn nur durch die Übersättigung des Wassers mit Kalziumkarbonat und der Tatsache, dass das Wasser keinerlei organische Substanzen enthält, kann sich die Rauwacke oder Travertin bilden, eine lebende poröse Gesteinsart, die letztendlich für die Entstehung der Barrieren zwischen den einzelnen Seen verantwortlich ist. Der Prozess der Travertinbildung ist gerade an den Wasserfällen und Kaskaden, also an den Überläufen von einem See zum anderen, besonders stark ausgeprägt. Dabei handelt es sch um einen kontinuierlicher Prozess, der unablässig weiterläuft und so das Bild des Parks ständig verändert.
Durch das Wachsen der Travertinbarrieren sind die zahlreichen herrlichen Wasserfälle entstanden. Doch mit der Zeit ändert das Wasser seinen Lauf und manche Wasserfälle sind verschwunden, um an anderer Stelle durch die Bildung von Travertin neu zu entstehen. Dieses Karstphänomen sorgt dafür, dass die Plitvicer Seen ständig in Bewegung sind und ihr Aussehen verändern. Die weitläufige Zone des Nationalparks ist reich an Buchen und Nadelwäldern, sowie blühenden Bergwiesen mit vielen verschiedenen Pflanzen und Tierarten. Besondre Beachtung findet der Urwald Corkova Uvala, einer der letzten und schönsten Europas.
Wir waren alle Überwältigt von diesem einmaligen Naturspektakel. Während 5 Stunden wanderten wir, fasziniert von der unbeschreiblichen Schönheit, über Holzstege, Brücken, Treppen und sauber gepflegten Wege durch dieses paradiesische Gebiet. Es ist ein Ort, den man mit Worten fast nicht beschreiben kann. Besser ist, man kommt selber her und schaut sch das vor Ort an….
Am Schluss von unserem Rundgang fing es dann noch an zu regnen, doch auch das tat der Schönheit der Landschaft nichts ab. Und wir waren mit unseren Motorrad-Regenjacken sehr gut angezogen…..
Für die Rückfahrt zum Hotel organisierten wir ein Taxi für 7 Personen, so dass wir nicht bis um 17h00 auf den Bus warten mussten. Im Hotel teilte man uns mit, dass wir unsere Bankkarte morgen auf der Bank abholen könnten. Uff, da hatten wir nochmals Glück gehabt…...
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- Geschrieben von: Otto Schneider
Tag 19 – 31.08.2010 – Novi Vinodolski
Trotz allen widerlichen und unfreundlichen Wettervorhersagen im Fernsehen oder an der Hotelrezeption, war der Himmel am Morgen strahlend blau und wolkenlos. Ein wunderschöner Tag kündigte sich durchs Fenster an…… Doch beim Öffnen des Fenster spürte man mit einem Schauder, dass das Wetter wohl schön sein wird, aber die Temperatur war saukalt, nur gerade 8° C….. Jetzt brauchen wir unsere warmen Sachen doch noch……
Nach dem Frühstück machten wir wieder die Maschinen startklar und fuhren als erstes zur kleinen Bank, wo die eingezogene Bankkarte von Pia zum Abholen bereit liegen soll. Nachdem wir uns ausgewiesen haben, und unsere Pässe von mindestens fünf, anscheinend sehr wichtigen, Personen geprüft worden sind, hiess man uns Platz zu nehmen und zu warten. Nach einer weile kam eine Dame, gekleidet im Stile einer strengen Gouvernante, mit dem Pass aus einem Büro zurück und übergab diesen mit ein paar Erklärungen an den Schalterbeamten. Dieser eröffnete uns dann, dass noch wichtige, sicherheitstechnische Abklärungen mit der Zentrale und mit Maestro zu machen sind, bevor sie uns, wenn überhaupt, die Karte wieder aushändigen können…. Das ganze daure bestimmt eine Stunde… oder auch länger……
Auf der ganzen Reise und auch von Cazim in Mazedonien haben wir gelernt, was in diesen Ländern auf dem Balkan solche Zeitangaben bedeuten…. “Nur einen Moment bitte“ bedeutet mindestens eine Viertelstunde…., “es dauert nur 10 Minuten“ bedeutet, dass man mindestes eine Stunde zu warten hat…., und sagt jemand “es geht eine Stunde“, dann weiss er eigentlich gar nichts und es dauert den ganzen Tag oder auch länger…. Also kontaktierten wir nochmals unsere Bank über die Helpline und besprachen mit einer sehr freundlichen und hilfsbereiten Dame per Natel unsere Situation und was wir tun können, um nicht vor dieser kleinen Bank für Stunden blockiert zu sein…. Wir entschieden uns die Karte aufzugeben und per sofort zu sperren, dem Schalterbeamten mitzuteilen, dass er seine Abklärungen abbrechen könne, und dann weiterfahren und unsere Ferien weiterhin mit einem sicheren Gefühl geniessen. Ein grosses Dankeschön an die Helpline, die uns bei beiden Kontakten sehr freundlich und kompetent betreut haben…..
Unsere Reise führte uns nun auf guten und verkehrsarmen Strassen über die Hochebenen von Kroatien in Richtung Adriaküste. Ab Gospic führte die Route erneut auf gutem Belag und in eleganten Kurven zum Passübergang Osarijska vrata, so dass auch wir mit unseren beladenen Maschinen mit Speed und Schräglagen der Passhöhe zu fahren konnten. Da kam bei allen Freude auf….. Zuoberst führte die Strasse durch einen kurzen Tunnel, und dann auf der anderen Seite….. Wouuuuu!!... eine wahnsinnige Aussicht auf die Küste, die vorgelagerten Inseln und das Meer eröffnete sich uns. Wie ein Blick aus dem Flugzeug konnten wir aus 955 müM auf diese grandiose Landschaft blicken. Christa war ganz aus dem Häuschen, und kletterte geschickt wie eine Berggeiss auf die höher gelegenen Felsen, um das ganze Panorama noch besser sehen und geniessen zu können….
Auch die Abfahrt war eine Route zum Geniessen und immer dieses Panorama vor Augen, einfach einmalig…. Unsere weitere Route führte uns der Küste entlang bis nach Novi Vinodolski, wo wir im Hotel Lisanj, das direkt am Meer liegt, eine Unterkunft fanden. Die Motorräder konnten wir direkt neben dem grossen Hoteleingang abstellen, was wieder viele Zuschauer anzog, die bewundernd unsere Maschinen bestaunten. Und natürlich waren unsere beiden Motorradfahrerinnen Christa und Käthy wieder die grosse Attraktion….
Seit einigen Tagen konnte ich meine geschriebenen Reiseberichte nicht mehr auf die Homepage “spitzen“, da wir nirgends mehr einen funktionierenden Internetanschluss fanden. Heute im grossen Hotel direkt am Meer waren wir uns sicher, dass wir hier einen WiFi Anschluss vorfinden werden…… Doch es war auch hier nichts vorhanden….. Also machten sich Raphaël und ich auf die suche nach einem offenen Netzwerk in der Umgebung und wir trafen schon bald zwischen zwei Häusern, bei einer Stützmauer, auf zwei Personen mit offenen Laptops….. Also stellten wir uns mit unseren Laptops ebenfalls dazu, und siehe da wir hatten den ersehnten Zugang auf unsere Homepage….. Wir stellten dann fest, dass dieser Platz anscheinend bei den Internet-Junkies allgemein bekannt ist, denn es kamen und gingen immer wieder neue “Notebook-Freaks“ zu dieser magischen Mauer und tätigten ihre Internetaktivitäten…… Es war schon ein lustiges Bild, und Fredi hat es mit seinem Fotoapparat festgehalten, wie wir an dieser Mauer stehend unsere Homepage aktualisierten……
Morgen geht es nun weiter nach Slowenien.
Track Plitvicer Seen - Novi Vinodolski
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- Geschrieben von: Otto Schneider
Tag 20 – 01.09.2010 – Spodnja Idrija
Das Wetter war wieder sonnig und warm, als wir uns um 08h00 zum Frühstücksraum begaben, wo schon ein riesiger Rummel herrschte. Hier kommen sie alle zusammen, die vielen Gäste aus den 140 Zimmern des Hotels Lisanj. Auf verschiedenen Buffetinseln wurde den Gästen eine reichhaltige Auswahl an Spezialitäten präsentiert, doch das interessierte die vielen Feriengäste überhaupt nicht….. Zum Teil wie Hyänen fegten die Leute über das Buffet und beluden ihre Teller, als ob eine Hungersnot ausgebrochen wäre…… Mit Ellenbogen und Besteck bahnten sich die ganz Verwegenen einen Weg, um ganz schnell ganz nach vorne zum Buffet zu kommen. Denn es darf keine Zeit verloren gehen, denn schon bald steht der Bus für den Ausflug bereit und dort will man auch wieder zuvorderst sitzen, oder man muss so schnell wie möglich zum Strand, damit der Liegestuhl reserviert werden kann…. Andere standen mit ihrem Teller ganz verloren im Raum und man hatte den Eindruck, dass diese gar nicht so genau wussten weshalb sie eigentlich hier sind…. Wir konnten da nur staunen, mit was für einem Stress diese Leute jeden Morgen ihren Ferientag begannen…….
Die Maschinen beluden wir unter den beobachtenden Augen von Passanten und Hotelgästen. Viele wünschten uns eine gute Reise und wir brausten mit dröhnenden Motoren zur Hauptstrasse und dann der Küstenstrasse entlang in Richtung Rijeka. Kurz hinter Crikvenica verliessen wir die Küstenstrasse und fuhren nun auf einer kurvenreichen Strasse einen Berghang hinauf, von welcher aus wir immer wieder eine schöne Aussicht aufs Meer und auch auf die elegante Brücke, welche die Insel Krk mit dem Festland verbindet, geniessen konnten. Die Strasse zum Grenzübergang war in einem schlechten Zustand und führte zum Teil steil immer tiefer in ein schmales, stark bewaldetes Tal hinunter. Wir durchquerten kleine Dörfer mit komischen und auch überraschenden Namen, wie beispielsweise der Ort mit dem Namen “Maria Trost“…..
Die Grenzformalitäten verliefen problemlos und schon standen wir nun in Slowenien. Was uns sofort aufgefallen ist, war die Sauberkeit. Vom ersten Meter an standen überall schmucke Häuser mit Blumen an den Fenstern und auch in den Dörfern, alles ist sauber und aufgeräumt…. Die Landschaft ist sehr hügelig mit vielen Tälern und kleinen Quertälern, und alles ist dicht bewaldet und strahlt eine friedliche Ruhe aus. Wir blieben auf unserer Routenwahl immer schön auf den kleinen Strassen und kamen so durch ein wunderschönes Tal, wo sich der Fluss Idrjica und die Strasse im Talboden den Platz teilen mussten…. Die Strasse schlängelte sich in unzähligen Kurven durch das Tal und versetzte uns in einen wahren Fahrrausch, denn diese rhythmische Fahrt von Kurve zu Kurve könnte man auch mit Walzer oder Polka tanzen vergleichen….. Ja genau, das Motorradfahrerherz jauchzte über die ganze Strecke hinweg…..
In Spodnja Idrija machten wir Halt, etwas erhöht und von der Strasse weg, im wunderschönen 5-sterne Schlosshotel Kendov-Dvorec, einer richtigen slowenischen Oase der Ruhe. Die Eigentümerin hatte riesige Freude, dass wir mit unseren Motorrädern bei ihrem Hause anhielten und offerierte uns einen Spezialpreis, der auch für unser Budget erträglich war. Das Haus wurde im Jahre 1377 von der angesehenen Kenda-Familie gebaut. Das stattliche Gebäude des ehemaligen Kenda Bauerngut wurde im Geiste der Vergangenheit als Kulturdenkmal renoviert und wieder belebt. Die unteren Räume dienen dem Aufenthalt und der Bewirtung. Die Menus tragen die Namen der Angehörigen der Kenda-Familie. Die Speisen werden nach geprüften altertümlichen Rezepten zubereitet, ihre Vorzüglichkeit wird durch die erlesenen slowenischen Weine ergänzt.
In den oberen Räumen sind die sehr romantischen, mit altertümlichen Möbeln aus dem 19. Jahrhundert ausgestatteten, Zimmer. Die Pracht und Eleganz der Räume des Kenda-Hofs harmonieren mit der Gemütlichkeit, und die Freundlichkeit des Personals schafft eine unbefangene Atmosphäre. Man fühlt sich hier einfach wohl und gut aufgehoben…..
Das Nachtessen wurde uns an einer wunderschön hergerichteten Tafel serviert. Die Hausherrin empfahl uns ein 7-gängiges Überraschungsmenu, bestehend aus traditionellen slowenischen Gerichten…. Die einzelnen Gerichte wurden aus frischen und einheimischen Produkten hergestellt und wie Bilder auf den Tellern hergerichtet und wurden von Gregor, dem 1. Kellner, jedes Mal mit einer kleinen Geschichte humorvoll und informativ präsentiert und erklärt. Das ganze Essen in diesem feudalen Rahmen wird für uns unvergesslich bleiben. Dem gesamten Team ein herzliches Dankeschön, dass ihr uns dieses Erlebnis ermöglicht habt….
Track Novi Vinodolski - Spodnja Idrija
